Weiterführende inhaltliche Informationen zu Ausstellung:

Die Villa - als kretisch-minoische und vor allem römische Erfindung - ist bis heute ohne Frage das Wohngebäude der Menschenträume schlechthin geblieben. Dabei sind die Vorstellungen, die viele Menschen auch hierzulande mit Besitz und Nutzung einer Villa verbinden, diffus, irrtümlich und mit Klischees besetzt.
Die vielen Villenviertel und Villenvorstädte in Deutschland haben in Ost und West spätestens seit 1945 ihr Gesicht völlig verändert. Besitzer konnten oder wollten sich diese Anwesen nicht mehr leisten oder eine eigene Nutzung kam aus anderen Gründen nicht mehr in Frage. Im Osten Deutschlands verfielen Villen massenweise oder erhielten mitunter Nutzungen, für die sie in keiner Weise geeignet waren. Aber auch im "reichen Westen" kam die Idee der Villa nicht ungeschoren davon. Viele Gebäude wurden umgebaut und aufgeteilt, teilweise wurde eine Wohnnutzung völlig aufgegeben. Villenneubauten im klassischen Sinn blieben in der BRD eine Seltenheit, während parallel das Einfamilienhaus eine Massenware wurde, die sich auch Arbeiter und kleine Angestellte plötzlich leisten konnten, wenn sie in den Vororten bauten. Trotzdem blieb auch bei vielen Hausbesitzern die Traumvorstellung einer Villa haften.
Im Gegensatz zu Europa hat die Villa in den USA und den reichen Gegenden des amerikanischen Kontinents nach 1945 einen neuen Aufschwung genommen, der bis in die Gegenwart anhält. Offenbar ist dort die Idee der Villa eine völlig andere. Sicher ist: Auch in Amerika existieren die Villenträume.
Letztlich ist auch die Villa Esche in Chemnitz über die Zeiten ein "Problem" für die Nutzer geworden. Es ist eine große Herausforderung, dieses Juwel der Architekturgeschichte so zu bespielen, dass das Haus einerseits eine repräsentative Breitenwirkung hat, Einnahmen in einem gewissen Umfang generiert und trotzdem seine museale wie architekturgeschichtliche Relevanz wie Erhaltung nicht einbüßt.
Auch Kunst- und Architekturverlage reagieren bis heute auf den "Villentraum". Die Zahl entsprechender Publikationen, die sich Villenbauten aus allen Epochen und natürlich der unmittelbaren Gegenwart widmen, ist längst unübersichtlich. Als relativ sicher erscheint eines: Auch wer sich "die Villa" leisten kann, muß darin noch längst nicht glücklich sein. (Uwe Kreißig, Galerie grounded)

Luc de Troch
Ausstellungen/Projekte (Auswahl)
2004 Bright Lights, Big City; Lichtinstallation, Bürohochhaus, Chemnitz
2004 Künster der Galerie & Freunde, Galerie grounded, Chemnitz (B)
2005 Extravaganza, Brighton (B)
2005 Neue Bilder, Galerie grounded, Chemnitz (B)
2006 Alle sehen gleich aus und tun das gleiche, und dahin entwickeln wir uns immer mehr, Galerie grounded, Chemnitz
2006 Neues vom kapitalistischen Realismus, Schloß Rochsburg, Rochsburg
10.06. - 30.09.2006 Villa, Villa Esche, Chemnitz
29.09.-04.10.06, BERLINER LISTE 2006, Messe für aktuelle Kunst

Das in Sachsen konzipierte Projekt Luc de Troch wurde im Jahr 2004 begründet. Der Kontakt zum Künstler wird über die Galerie koordiniert.